Palästina

Palästina war schon immer ein Zentrum von politischem, kulturellen, sozialen und spirituellen Lebens. Ein Beweis für die antike Vergangenheit
Palästinas ist die unglaublich reiche und vielfältige archäologische Geschichte des Landes. Unzählige Ausgrabungsstätten wurden im ganzen
Heiligen Land gefunden und eine riesige Menge an Artefakten ans Tageslicht befördert.
Durch die geografische Lage Palästinas - zwischen Europa, Afrika, der Arabischen Halbinsel und Asien - wurde es ein Zentrum des
gesellschaftlichen, kulturellen, religiösen und wirtschaftlichen Austausches zwischen vielen Kulturen.

Palästina ist ein Ort von immenser Wichtigkeit für alle der drei grossen Weltreligionen: Judentum, Christentum und Islam. Das Judentum
entwickelte sich hier im zweiten Jahrtausend vor Christus; das Christentum nahm seinen Anfang durch Christi Geburt im palästinensischen
Dorf Bethlehem und blieb die dominante Religion der Region bis zur islamischen Eroberung Palästinas im Jahr 636 n.Chr. Von diesem
Zeitpunkt ab blieb Palästina bis zum 20. Jahrhundert unter islamischer Herrschaft, mit Unterbruch von fast 200 Jahren während der christlichen
Kreuzzüge ins Heilige Land. Die meisten arabischen Palästinenser sind nicht Nachfahren von den Neuzuzüglern die mit der islamischen
Eroberung, den Kreuzzügen oder der Jahrhunderte währenden Herrschaft unter dem Osmanischen Reich aus dessen Riesenreich ins Land
kamen. Selbstverständlich gab es eine teilweise Verschmelzung durch Heirat zwischen der Urbevölkerung und den Neuzuzüglern, aber diese
Nachfahren von solchen Mischehen bilden die Minderheit am Anteil der heutigen Bevölkerung Palästinas. Vielmehr geht die Beziehung
zwischen der Urbevölkerung zu diesem Land zurück zu den Anfängen der menschlichen Besiedlung von Palästina und hat die Zeit der verschiedenen
Religionen und Herrschaften überdauert.

Bis vor relativ kurzer Zeit wurden die meisten modernen Geschichtsdarstellungen Palästinas von europäischen und amerikanischen
Archäologen und Bibelwissenschaftlern geschrieben. Ihr Schwerpunkt war insbesondere seit dem 19. Jahrhundert äusserst eingeengt,
galten die meisten Studien dem Versuch, die historische Genauigkeit der Bibel zu beweisen nachdem die kirchliche Interpretation der Geschichte
immer öfter in Frage gestellt wurde. Diese nahezu ausschliessliche Betonung der biblischen Dimension der Studien führte dazu, dass die
gefundenen Beweise die von einer reichen Vielfalt und tiefen Verbundenheit der einheimischen palästinensischen Bevölkerung zu ihrem
Land sprachen, marginalisiert und als unbedeutend abgetan wurden.
Ein bewusster Prozess wurde von westlichen Gelehrten unternommen, um in ihren Studien die Ansprüche von europäischen Kolonialländern
rechtzufertigen, Palästina als Brückenkopf in den Nahen Osten, Afrika und Asien zu nutzen. Das zeigte sich insbesondere mit der britischen
Besatzung und der britischen Unterstützung für den Zionismus, welche in der berühmten "Balfour Deklaration" von 1917 mündete.
Das zionistische Projekt wurde von Grossbritannien unterstützt um dem Osmanischen Reich die für London interessanten Länder nach dem
Ersten Weltkrieg zu entreissen, aber auch um eine ungehinderte Transportroute von Indien zum britischen Empire zu gewährleisten.

Der Zionismus als solches entstand als Idee nach dem wachsenden Antisemitismus und den ersten Pogromen im Russischen Zarenreich,
und verband jüdische Glaubenssymbole mit politischer Zielsetzung. Mit der Verschmelzung der Jüdischen Glaubenslehre und dem politischen
Projekt eines jüdischen Nationalismus, welcher im totalen Widerspruch der vorherrschenden Jüdischen Orthodoxie der Diaspora stand,
erfolgte auch eine eigene, eine zionistische Darstellung der Geschichte Palästinas. Durch die Assoziation des antiken Judentums, welches wie die
anderen darauffolgenden Glaubenssysteme eine wichtige Rolle in der Entwicklung der palästinensischen Kultur und Zivilisation gespielt
hat, wurde der Mythos erschaffen welcher bis heute nach wie vor insbesondere in den USA Anklang findet: die Geschichte von Palästina
fängt erst mit der Ankunft der biblischen Propheten an und endet abrupt mit der Zerstörung des Zweiten Jüdischen Tempels von
Jerusalem, während die moderne Geschichte erst wieder mit der "Rückkehr" der Juden in ein nahezu entvölkertes Palästina beginnt.
Der lokalen Bevölkerung wurde jegliches Recht auf das Land ihrer Vorväter abgesprochen.

Erst seit einigen Jahren wagen sich immer mehr Historiker und Archäologen, insbesondere aus Israel selbst, eine der Realität angepasste
Geschichtsschreibung an die Öffentlichkeit zu bringen welches nicht selten mit persönlichen Risiken verbunden ist. Diese Wissenschaftler
laufen Gefahr ihre Lehrstühle zu verlieren und sehen sich nicht selten mit Verleumdungen aus dem zionistischen Establishment
konfrontiert. Trotz dieser Risiken dient ihre Arbeit auch der Aufklärung und Aufweichung der zionistischen Geschichtsschreibung, welche
einen enorm wichtigen Beitrag zur Annäherung der beiden Völker auf engstem Raum leistet.

Zahlen und Fakten zu Palästina

Weltweit besteht die palästinensische Bevölkerung aus etwa 10 Millionen Menschen. Laut den letzten Zahlen des Palästinensischen
Zentralen Statistikbüros leben in der West Bank 2.7 Millionen Palästinenser (inklusive der über 200`000 Einwohner Ost-Jerusalems) und
1.7 Millionen im Gaza-Streifen, sowie 1.7 Millionen als "Israelische Araber" bezeichnete Palästinenser innerhalb des Staates Israel.  
Die restlichen 4 Millionen Palästinenser leben im Ausland, wovon 3 Millionen als Flüchtlinge in Jordanien, Syrien und Libanon
registriert sind.

Klima: Es gibt vier Jahreszeiten in Palästina: der Winter ist regnerisch und mild, mit Temperaturen zwischen 5°C. bis 10°C. Allerdings
kann es in Höhenlagen, darunter zählt auch Jerusalem, zu kurzen aber heftigen Schneefällen kommen.
Der Frühling bietet nach den Regenfällen im Januar und Februar eine wunderschöne Vielfalt an Blumen und Pflanzen, während der
Herbst eine willkommene Abkühlung bietet mit angenehmen Tagestemperaturen von etwa 25°C. Der Sommer ist tagsüber heiss bis 38°C.,
doch die Abende können im Vergleich zum Tag recht kühl werden: eine leichte Jacke oder Pullover gehört also auch im Sommer ins
Gepäck. Unabhängig von der Jahreszeit werden die Besucher insbesondere von heiligen Stätten gebeten, sich der kulturellen Sitte
des Landes anzupassen und bescheidene Kleidung zu tragen.

SPRACHE: Arabisch ist die offizielle Sprache in Palästina. Englisch und Hebräisch sind weit verbreitet, während andere europäische
Sprachen eher in geringerem Masse verbreitet sind.

WIRTSCHAFT: Palästina ist ein Entwicklungsland, wobei sich primär die Landwirtschaft und in den letzten Jahren auch der Tourismus
entwickeln konnte und zur tragenden Einkommensquelle für die Menschen gehört. Eine richtige wirtschaftliche Entwicklung wurde durch
die israelische Besatzung Palästinas von 1967 vollkommen verunmöglicht, während gleichzeitig die palästinensische Arbeitskraft als
billige Lohnkräfte für niedere Arbeiten in Israel und später in den Siedlungen ausgenutzt wurde. Zwar wurden mit der Gründung der
Palästinensischen Autonomiebehörde zahlreiche Enwicklungsprojekte mit internationaler Unterstützung initiiert, jedoch wurden die
positiven Ergebnisse durch die israelische Besatzungspolitik und der nahezu vollkommenen Zerstörung der Infrastruktur nach dem Beginn
der Al-Aqsa Intifada vom 29. September 2000, sowie der Korruption innerhalb der PA zunichte gemacht.

GESUNDHEIT: Palästina stellt keine gesundheitliche Bedrohung für die Besucher des Landes dar, noch sind spezielle Impfungen
vorgeschrieben. Die grösste Gefahr für die Gesundheit ist die Sonne. Im Mittelmeerraum kann die Sonneneinstrahlung sehr stark sein,
deshalb wird Besuchern das Tragen von Kopfbedeckungen und Sonnencreme sehr empfohlen. Auch sollte man viel Flüssigkeit zu sich
nehmen. Leitungswasser kann im ganzen Land getrunken werden, jedoch wird geraten das Trinkwasser in Flaschen zu kaufen welche
es überall in Läden oder Souks zum kaufen gibt. Achten Sie aber darauf, nicht aus Brunnen, Bächen oder Quellen zu trinken sofern diese
nicht ausdrücklich zum Trinken freigegeben und entsprechend gekennzeichnet sind.

WÄHRUNG: Seit der israelischen Besatzung Palästinas gehört der Neue Israelische Shekel (NIS) zur gemeinsamen Währung des
Landes, obwohl man auch Währungen wie den Jordanischen Dinar, US-Dollar und in vielen Souvenirshops auch den Euro
tauschen kann. Der NIS-Schekel wird in 100 Agorot unterteilt. Es gibt 200, 100, 50 und 20 NIS-Noten sowie 10, 5 und 1 NIS-Schekel
Münzen, sowie natürlich die 50, 10 und 5 Agorot Münzen. Es gibt keine Beschränkung zur Einfuhr noch zur Ausfuhr von Devisen.
Besuchern wird aber empfohlen US-Dollar mitzubringen. Zwar können die europäischen Währungen wie Euro oder Schweizer
Franken in grösseren Banken oder Wechselstuben in Israel und Palästina gewechselt werden, doch mit dem US-Dollar ist man
etwas unabhängiger im Bedarfsfall. Alle gängigen Kreditkarten oder Reisechecks werden in Hotels oder grösseren Shoppingzentren
akzeptiert.

SHOPPING: Das Einkaufen ist ein buntes und interessantes Erlebnis in Palästina, insbesondere auf den vielen Souks wird verhandelt
und um die Preise gefeilscht bis man sich für die wunderschönen handgefertigten Kunstwerke, exotischen Gewürze oder ein
besonderes Schmuckstück geeinigt hat. Grössere Shoppingzentren findet man nur in und um Ramallah.
Die normalen Öffnungszeiten für Geschäfte in Palästina sind von Montag bis Donnerstag, von 08.00 Uhr bis 13.00 Uhr und von
16.00 Uhr bis 19.00 Uhr. Läden mit muslimischen Eigentümern haben Freitags geschlossen und öffnen in der Regel wieder am
Samstag. Christlich geführte Läden, hauptsächlich in der Altstadt von Jerusalem und in der Region von Bethlehem konzentriert,
schliessen am Sonntag. Während des jüdischen Shabbat, also von Freitag Abend bis Samstag Abend, haben entsprechend die jüdisch
geführten Shops geschlossen.

LOKALE KÜCHE: Die Palästinensische Küche ist sehr beliebt bei den Besuchern. Die Mahlzeiten enthalten oft eine appetitliche Auswahl
an Vorspeisen, dem Mezze. Humus und das baba ghanouj erfreuen sich längst auch in Europa und Nordamerika grösster Beliebtheit,
und werden in Palästina mit besonderer Hingabe einfach zauberhaft lecker serviert. Hauptgerichte bestehen oft aus Fleisch (kein
Schweinefleisch), Geflügel, Meeresfrüchte und verschiedenen Gemüsen. Getränke bestehen unter anderem auch als lokal hergestellten
Weinen wie den bekannten Cremisan, der aus der Gegend von Bethlehem stammt, ebenso wie die beliebte Arak Spirituose.
Selbst Bier wird nach deutschem Reinheitsgebot in Taybeh bei Ramallah gebraut und gehört zu den besten Bieren im Nahen Osten.
Natürlich darf die süsse "Verführung" nicht fehlen; es gibt eine Menge an leckeren Backwaren die es einem schwer fallen Nein zu
sagen.

EINREISE: Da Palästina über keinen funktionierenden Flughafen verfügt (der einzige gebaute palästinensische Flughafen war im
Gaza Streifen und wurde aber von Israel teilweise zerstört und ist seitdem geschlossen), bestehen nur folgende Möglichkeiten per
Flugzeug anzureisen: die einfachste Variante ist sicherlich via Flughafen Ben-Gurion International in Tel Aviv/Israel, ausserdem könnte
man auch via Queen Alia International Airport in Amman/Jordanien anreisen und dann die Strasse direkt nach Palästina benutzen.
Theoretisch besteht auch die Möglichkeit via Cairo International Airport in Ägypten anzureisen und dann die Busverbindung nach
Israel zu benutzen, allerdings wird aufgrund der aktuellen Unsicherheit auf der Sinai Halbinsel davon abgeraten.
Deutsche und schweizerische Staatsbürger benötigen zur Einreise einen Reisepass, der mindestens 6 Monate über die Reise hinaus
gültig sein muss. Ein Visum wird nicht benötigt.

Deutsche oder schweizer Staatsangehörige, die in der Vergangenheit aus Israel ausgewiesen wurden, sich illegal in Israel aufgehalten
haben oder denen die Einreise nach Israel verweigert wurde, müssen vor ihrer Einreise bei einer israelischen Auslandsvertretung oder
dem israelischen Innenministerium ihren Fall überprüfen lassen und eine entsprechende Erlaubnis einholen.
Sollten im Reisepass Visa arabischer Staaten oder von Iran vorhanden sein, so ist bei der Einreise mit einer Sicherheitsbefragung durch
israelische Sicherheitskräfte zu rechnen (Ausnahme: Jordanien und Ägypten). Dies gilt ebenfalls für deutsche und schweizerische
Staatsangehörige mit auch nur vermuteter arabischer oder iranischer Abstammung. Gegebenenfalls empfiehlt sich eine entsprechende
Nachfrage bei der israelischen Botschaft in Berlin oder Bern. Auf die Möglichkeit der Ausstellung eines Zweitpasses durch die zuständige
Passbehörde wird hingewiesen.

Wer sind wir

WIR sind Menschen mit verschiedensten Hintergründen und Ausbildungen und haben doch eine Gemeinsamkeit:

den Wunsch des seit über 65 Jahren andauernden Konflikts um Palästina möglichst vielen Menschen auf eine persönliche Art und Weise näher zu bringen.

Und was kann schon persönlicher sein als der direkte Kontakt zu den betroffenen Menschen in Palästina. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit einem Netzwerk von Reiseveranstaltern, politischen Aktivisten und Unterstützern unterschiedlichster Bereiche in Palästina ausgesprochen interessante und informative Reisepogramme zusammengestellt, die Ihnen als Reiseteilnehmer eine möglichst breite Sicht auf die alltäglichen Probleme der Menschen ermöglichen. Doch Palästina bietet mehr als nur einen der ältesten und ungelösten Konflikte der Moderne: eine äusserst gastfreundliche Gesellschaft, eine Fülle von historischen und heiligen Stätten und nicht zuletzt einen kulinarischen Genuss den Sie so schnell nicht vergessen werden.

Die Palestine-X-tours hat ihren Sitz in Kreuzlingen/Schweiz. Als Kernaufgabe verstehen wir die Aufklärung von interessierten Menschen, wobei die Reise natürlich einen wichtigen Aspekt darstellt. Aus diesem Grund haben wir uns ausschliesslich auf Palästina konzentriert und bieten bzw. vermitteln keine anderen Reisen. Sämtliche zusätzliche Leistungen wie Flugbuchungen, Hotels ausserhalb von Palästina (z.Bsp. USA) und/oder ähnliche Leistungen werden durch unseren Partner "Cornels Reisebar" mit Sitz in Kreuzlingen/Schweiz erbracht.